Das Jahr 2017: Voller Ereignisse!

Das Jahr 2017: Voller Ereignisse!

31.12.2017 – 17:40 MEZ

Wieder geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Ein Winter mit Schneestürmen, ein Frühjahr mit späten Frösten, ein Sommer mit Hitzewellen und unwetterartigen Gewittern, ein Herbst mit zwei Orkanen und ein beginnender Winter mit reichlich Schnee im Bergland.

Der Januar 2017 begann kalt mit dem Hochdruckgebiet "Zhygimont". Sonnige Tage mit Dauerfrost waren Alltag. Im Bergland lud das Wetter zum Wintersport ein. Skifahrer und Rodler kamen auf ihre Kosten. Dort kletterten die Höchstwerte auch verbreitet nicht über -5 °C. Es gab auch Tage, an denen die maximale Temperatur in den Hochlagen nicht einmal -10 °C überschritt. Dem entsprechend waren auch die Nächte sehr kalt. Besonders in der Südosthälfte Deutschlands gab immer wieder strengen Frost mit teils um -20 °C Tiefsttemperatur. Die kälteste Nacht war die Nacht vom 06. auf den 07. Januar. Am 07. Januar zog Tief "Benjamin 2" mit einer markanten Warmfront über die Bundesrepublik. Wegen der schnell mildere werdenden Temperatur in der Höhe, fiel innerhalb kürzester Zeit Regen, der auf den noch tief gefrorenen Böden fror und einen Glatteispanzer verursachte. Dies war vor allem im Nordwesten Deutschlands der Fall. Als die Front auf die Gebirge in der Mitte Deutschlands traf, fiel dort verbreitet Schnee. In der Nacht zum 08. Januar kamen dort teils um 10 cm Neuschnee zusammen.

Mitte Januar sorgte Tief "Egon" für massive Turbulenzen. Das Tief brachte gleich drei Gefahren mit sich. Zum einen gab es vielerorts massive Schneefälle, die unwetterartig ausfielen. Im Bergland gab es teils bis zu 15 cm Neuschnee in nur sechs Stunden. In seltenen Fällen erreicht ein Schneesturm in Böen mehr als Windstärke 9. Doch Egon legte hier gleich mehrere Schippen drauf. Selbst im Tiefland gab es teils schwere Sturmböen; im Bergland Unwettergefahr durch Orkanböen. In Verbindung mit den Schneefällen wurde besonders im Bergland recht flächig unsere Warnstufe ROT (Unwetter) erreicht. Teilweise wurde hier aber auch Warnstufe DUNKELROT (schwere Unwetter) ausgegeben. Oberhalb 300 bis 400 m türmten sich die Verwehungen regelrecht auf; der Verkehr kam komplett zum erliegen.

Der restliche Januar verlief wieder deutlich kälter. Ähnlich wie zu Beginn des Monats blieben auch tagsüber große Teils der Bundesrepublik im Dauerfrost stecken. Die Nächte waren dabei wieder sehr kalt mit strengen Nachtfrösten von weit unter -10 °C; bevorzugt im Bergland. In den letzten Tagen des Monats setzte sich allmählich mildere Luft durch. Besonders im Nordteils Bayerns, im Südteil Thüringens und im Westteil Sachsen kam es bei ansteigenden Temperaturen zu gefrierendem Regen. Kurze Zeit später erreichten die Höchstwerte in tiefen Lagen bereits mehr als +5 °C.

Anfang Februar 2017 blieb es vorerst bei milder Lage. Nur oberhalb etwa 600 m war es weiterhin kalt genug für eine gefestigte Schneedecke und somit auch für Wintersport. Erst kurz vor der zweiten Monatsdekade wurde es verbreitet für wenige Tage noch einmal kälter. 

Mitte des Monats kamen dann sogar Frühlingsgefühle auf. Teilweise stiegen die Höchstwerte in den tiefen Lagen der Südwesthälfte Deutschlands über die 10 °C -Marke. Im Bergland blieb es dabei allerdings weiterhin etwas winterlicher.

Ende Februar standen die Faschings-Feiertage an. Vielen Feiernde hatten Sorge um das Fest, da im Jahr 2016 zahlreiche Umzüge wegen heftigen Böen abgesagt werden mussten. Auch in 2017 meinte es das Wetter nicht gut mit den Narren. An "Weiberfasching" kam es erneut zu massiven Windböen; besonders in der Mitte und im Norden Deutschlands. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag zog über die Mitte Deutschlands sogar ein richtiges Sturmfeld, welches von Tief "Thomas" stammte und dem Tiefland schwere Sturm- und dem Bergland sogar einzelne Orkanböen brachte. Von Freitag bis Rosenmontag besserte sich die Lage zum Glück schnell wieder. Dabei blieb es allerdings weiterhin ungemütlich. Am Faschingsdienstag brachte ein neues Tief neue Windböen. Zu einem Massenausfall wie in 2016 kam es aber nicht.

Der März steht für den Beginn der milderen Jahreszeit. Doch der März 2017 war alles andere als mild und sonnig. Ständig zogen Tiefdruckgebiete mit Niederschlägen über die Bundesrepublik. Die Atlantiktiefs, die uns mildere Luft gebracht hätten, wurden von einem großräumigen Hochdruckgebiet ausgesperrt; die Nordluft war auf dem Vormarsch. Erst Ende des Monats konnte dich allmählich mildere Luft durchsetzen; dann direkt mit Höchstwerten von teils um 20 °C.

Im April 2017 hielt sich der Frühling nicht lange. Schnell kam es zu einem richtigen Wintereinbruch, sodass es oberhalb 400 m zu Schneefällen kam. Besonders in den Morgenstunden lag dort immer wieder eine geschlossene Schneedecke; teils um oder gar mehr als 5 cm dick. Auch an Ostern durfte man sich örtlich über die weiße Pracht "freuen". Was für Wintersportfreunde ein Segen war, wurde für viele Bauern zur Hölle. Die Nächte wurden Mitte des Monats immer kälter, anstatt milder. Einige versuchten mit riesigen Kerzen die Blüten der Obstbäume zu retten; kein Wunder bei Tiefstwerten von flächig unter 0 °C. In einigen Berglagen konnten nachts unter -5 °C gemessen werden! Erst Ende des Monats wurde es langsam etwas frühlingshafter.

Anfang Mai 2017 wurde es dann endlich wärmer. Doch mit den steigenden Temperaturen nahm die Luftfeuchtigkeit nicht ab; es kam schnell zu Schauern und Gewittern. Das warme und gewittrige Wetter setzte sich fort. So kam es bereits am 13. Mai zu den ersten unwetterartigen Gewittern des Jahres. Kurzzeitig sah es kurz darauf sogar nach einer schweren Unwetterlage aus; doch die nachfolgenden Berechnungen zeigten die Lage schwächer. Der Ausfall der Lage wurde dann Ende des Monats nachgeholt. Eine flächige Unwetterlage sorgte in den letzten Tagen des Monats in der Mitte und im Osten Deutschlands für viele unwetterartige Gewitter. Über die Region von Erfurt zog dabei ein schweres Unwetter mit hohen Blitzraten, Hagel, sintflutartigem Platzregen und Sturmböen.

Der Juni 2017 brachte uns in Sachen Wetter eine richtige Bergundtalbahn. Der bisherige Verlauf mit kurzen Hitzevorstößen und Schauern und Gewittern setzte sich fort. So gab es bereits Anfang des Monats die ersten unwetterartigen Gewittern. Danach gab es in der Hinsicht eine kurze Pause.

Zur Monatsmitte kündigte sich dann eine massive Unwetterlage an. Vom 14. bis zum 16. Juni lag Deutschland im Einfluss von mehreren Gewittertiefs. So gab es in dem Zeitraum ständig heftige Gewitter. Am gefährlichsten wurde die Lage an Fronleichnam. Über Nordrhein-Westfalen bildete sich eine Gewitterlinie, die im Laufe des Tages in Richtung Ost-Nordost zog. Ein zweites Unwettergebiet entstand über dem westlichen Baden-Württemberg. Im übrigen Land waren kleinere Gewitter unterwegs. Die Gewitterlinie zog vom Niederrhein über das Ruhrgebiet und dann Richtung Niedersachsen; auch Teils von Nordhessen waren betroffen. Im Laufe des Abends überquerte sie Hannover und erreichte um 21:00 MESZ die Grenze zu Sachen-Anhalt. Die Länge der Gewitterlinie betrug dabei ca. 400 km. Im Bereich kam es zu größerem Hagel, heftigem Platzregen und kurzzeitig und eng begrenzt zu Sturmböen bis etwa 80 km/h. Dabei wurde stellenweise die Warnstufe DUNKELROT erreicht. Das großräumige Gewitter in Baden-Württemberg, welches der Warnstufe ROT entsprach, zog über Teile des Schwarzwaldes und bewegte sich nur langsam auf die bayerische Grenze zu.

Die letzte Monatsdekade steht für einige Extremwerte. Am 22. Juni lagen die Spitzenwerte nahezu flächendeckend um oder über 30 °C. In mittelhohen und tiefen Lagen der Südwesthälfte Deutschlands sogar verbreitet bei um 35 °C. Am heißesten war es in Andernach mit 37,1 °C. Doch noch am selben Tag gab es einen weiteren Extremwert. Die Luft war so energiereich wie sehr selten. Sie waren ca. 5 mal so hoch, wie die Energieschwelle zur Unwettergefahr. So kam es ab den Nachmittagsstunden zu zahlreichen Unwettern in der Mitte und im Norden Deutschlands. Auch einige schwere Unwetter wurden registriert. Neben sehr hohen Blitzraten (in Deutschland teils ca. 30.000 Blitze in 30 min.) kam es auch zu teils großem Hagel, heftigem Platzregen und kurzzeitig und eng begrenzt zu schweren Sturmböen bis etwa 100 km/h. Die stärkste Böen in Verbindung mit einem Gewitter wurde an der Forschungsstation Neu-Ulrichstein im Vogelsbergkreis gemessen; es war eine Orkanböe mit 128 km/h. Auch die Niederschlagsmengen durch Schauer waren enorm. In der Osthälfte betrugen sie fast flächendeckend mehr als 25 l/m². Auch in der Nordwesthälfte Hessens und in Teilen von Rheinland-Pfalz wurden solche Summen registriert. Göttingen meldete dabei unglaubliche 72,3 l/m², gefolgt von Danndorf mit 71 l/m².

Der Juli 2017 setzte das Ritual mit Hitze und Schauern und Gewittern fort. Vom 06. auf den 07. Juli kam es erneut zu einer Unwetterlage. Einige Gewittern erreichten dabei die Warnstufe ROT. Die nächste nennenswerte Unwetterlage gab es am 19. Juli. Mit bis zu 35,7 °C in Waldshut-Tiengen wurde es erst noch einmal richtig heiß. Im Laufe des Nachmittags bildete sich über dem westlichen Nordrhein-Westfalen allmählich eine massive Gewitterlinie. Diese intensivierte sich bis zum Abend und wurde dabei länger. Um 18:00 MESZ reicht sie bereits von Frankfurt a.M. bis ins Emsland. Am stärksten war sie zwischen 19 und 21 Uhr. In diesem Zeitraum wurden zahlreiche Unwetter und auch schwere Unwetter registriert. Es kam zu sehr hohen Blitzraten (bis zu 15.000 in Deutschland in 30 min; damit das blitzaktivste zusammenhängende Gewittersystem 2017), großem Hagel, heftigem Platzregen und kurzzeitig zu schweren Sturmböen bis etwa 100 km/h. In Köln-Stammheim wurde eine unglaubliche Niederschlagssumme von 95 l/m² registriert. Zum Ende des Monats kam es zu weiteren Gewittern; eine flächige Unwetterlage blieb aber aus. Dafür sorgte am letzten Tag des Monats aber länger anhaltender Regen für einige Wetterwarnungen. Unwettergefahr bestand vom Hunsrück bis zum Harz aufgrund von hohen Niederschlagsmengen. Am meisten viel in Hahn mit 40,6 l/m² in weniger als 24 Stunden.

Der August 2017 begann am ersten Tage mit einer Unwetterlage. Kurz vor dem Eintreffen ging man von der schwersten Unwetterlage des Jahres 2017 aus. Doch die Wolken der Gewitter vom Vortag schränkten die Entwicklungen ein. So kam es "nur" zu typischen Unwettern, wie man sie im Sommer mehrmals hat. Nach einer Unwetter-Pause musste am 15. August wieder vor teils unwetterartigen Gewittern gewarnt werden. Am massivsten traf es dabei die Südhälfte von Bayern, wo es zu zahlreichen Gewittern der Warnstufe ROT kam. Der Rest des Monats war vergleichsweise ruhig.

Der September 2017 begann zwar ruhig, wurde aber im Verlauf schnell herbstlich und brachte am 13. September bereits den ersten Herbststurm: Sebastian. Dieser war ein ausgewachsener Orkan und brachte der Nordseeküste die stärksten Böen. 145 km/h wurden am Leuchtturm Alte Weser gemessen. Auch im Bergland hat der Orkan zugeschlagen. Mit 149 km/h lag hier der Brocken vorn; hauptsächlich wegen seiner nördlichen Lage. In der Südhälfte Deutschlands war es am Feldberg (130 km/h) und am Weinbiet (123 km/h) am stürmischsten. Neben viel Wind brachte das Tief auch viel Niederschlag. Von der Eifel und dem Kraichgau bis zum Fichtelgebirge fielen flächig 30 bis 40 l/m² Regen. Vorne lag Karlsruhe-Siemens mit 65 l/m², dicht gefolgt von Bruchmühlbach-Miesau mit 63,4 l/m². Der restliche Monat blieb herbstlich mit zahlreichen Regenfällen und kühlen Temperaturen.

Der Oktober 2017 brachte typisches Herbstwetter. Einen goldenen Herbst gab es nicht; im Gegenteil. Am 05. Oktober sorgte das Orkantief "Xavier" in der Nordosthälfte Deutschlands für Turbulenzen. Orkanartige Böen legten das Netz von zahlreichen Zug-Gesellschaften lahm. Im Tiefland lag die Spitzenböe bei 124 km/h in Holzdorf, gefolgt von Berge mit 122 km/h und Manschnow mit 119 km/h. An der Küste wurde bis zu 121 km/h am Leuchtturm Alte Weser gemessen. im Bergland war es am Brocken mit bis zu 177 km/h am stürmischsten. In der Südwesthälfte war es mit 50 bis 75 km/h lange nicht so stürmisch. Auf dem Weinbiet (554 m) konnte mit 107 km/h dennoch eine orkanartige Böe gemessen werden, was aber auch an der hohen Lage liegt. Nach einiger Zeit Pause bescherte uns Orkantief "Herwart" am 29. Oktober erneut heftige Windböen. Dieses Mal war eine größere Fläche von Deutschland betroffen. Der Schwerpunkt lag aber trotzdem auch hier in der Nordosthälfte. Im Allgemeinen lag der Fichtelberg mit 176 km/h vorn, gefolgt vom Brocken mit 173 km/h, der Zugspitze mit 151 km/h und dem Großen Arber mit 141 km/h. An der Küste war es mit 143 km/h erneut am Leuchtturm Alte Weser am stürmischsten, dicht gefolgt von List auf Sylt mit 142 km/h. Im tiefgelegenen Binnenland stand Berlin-Schönefeld zusammen mit Wittenberg (beide 125 km/h) auf Rang 1, gefolgt von Berge mit 123 km/h.

Der November 2017 war wettertechnisch ein eher ruhiger Monat. Zum Ende hin war er recht winterlich, sodass es im Bergland flächig für eine geschlossene Schneedecke reichte. In ein paar wenigen Skigebieten war der Wintersport nahezu komplett möglich.

Der Dezember 2017 war überdurchschnittlich winterlich. Oberhalb 600 m hielt, beziehungsweise hält sich der Schnee seit mehr als vier Wochen. Immer wieder wurde dort die Warnstufe ORANGE wegen der Schneefälle erreicht. Die massivsten Schneefälle gab es am 09. Dezember. Oberhalb 400 m reichte es in der Mitte Deutschlands dabei für die Unwetterwarnstufe ROT. Dort fielen lokal mehr als 20 cm Neuschnee innerhalb von ca. zwölf Stunden. Zudem sorgten Schneeverwehungen dort für eine stark eingeschränkte Sicht. Zum Ende des Monats wurde es dann deutlich milder. Selbst in höchsten lagen setzte Tauwetter ein.