So heftig wird die Orkanlage am Mittwoch

01.01.2018 – 15:54 MEZ

Am kommenden Mittwoch steht – wie seit einigen Tagen bekannt ist – eine Sturm- beziehungsweise Orkanlage an. Dabei könnte es in der Südwesthälfte Deutschlands zu einer Unwetterlage mit verbreitet heftigen Böen kommen.

Das großräumige Sturmtief "Alja" liegt derzeit über dem Nordatlantik. Südlich des Tiefdruckkerns von "Alja" entsteht in naher Zukunft ein Randtief in Wellenform. Dieses zieht bis in die Nacht zum Mittwoch über Teile der britischen Inseln und erreicht die BENELUX-Staaten und Deutschland. 

Unsicherheiten

Komplett sicher ist die Lage allerdings noch nicht. Einiges kann man aber dennoch festhalten. Die Zugbahn verläuft sehr wahrscheinlich über das Emsland bis zum Vogtland. Demnach würden die Regionen südwestlich davon die stärksten Böen bekommen. Teilweise wird allerdings ein zweites Randtief berechnet, was dem ersten schnell folgt, wobei dessen Zugbahn wohl eher Niederrhein / Lausitz wäre. Dabei würde die Südhälfte Deutschlands das Windfeld abbekommen. Höchstwahrscheinlich zieht auch "Alja" über die Bundesrepublik. Allerdings trifft sie höchstwahrscheinlich (nur) die Nordseeküste.

Die Gefahrenlage

Eine Sturmlage – in welcher Intensität auch immer – wird es auf jeden Fall geben. Das oder die Randtief/s ziehen bereits in der Nacht zum Mittwoch (zum 03. Januar) über die BENELUX-Staaten. Somit bekommt der äußerste Westen Deutschlands schon zu Beginn der zweiten Nachthälfte erste kräftigere Böen zu spüren. Dabei kann es zu Sturmböen um 85 km/h bis in tiefe Lagen kommen; in der Eifel sind orkanartige Böen um 110 km/h möglich. Bis zum frühen Mittwochmorgen sind dann Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen betroffen. Hier besteht verbreitet die Gefahr von Sturmböen; lokal kann es auch zu schweren Sturmböen bis etwa 95 km/h kommen. Im Bergland muss flächig mit orkanartigen Böen um 110 km/h gerechnet werden (Unwetter). Zum Mittwochvormittag ist dann die gesamte Südwesthälfte (Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen und das südliche und westliche Niedersachsen) Deutschlands von Sturmböen bis ins Tiefland betroffen. Schwere Sturmböen können ebenfalls in tieferen Lagen auftreten. Im Bergland besteht ab 300 bis 400 m teils Unwettergefahr durch orkanartige Böen um 110 km/h. Im übrigen Land liegen die Spitzenböen vermehrt unter 75 km/h. Nur im dortigen Bergland kann es ab 500 bis 600 m Höhe auch mal eine schwere Sturmböe von ca. 90 km/h geben.

An der Nordseeküste muss am Mittwochmittag aufgrund des Tiefs "Alja" mit teils schweren Sturmböen gerechnet werden. Auch die ein oder andere orkanartige Böe ist nicht ausgeschlossen.

Hauptgefahr durch Kaltfront

Das Randtief zieht mit recht hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr markante und aktive Kaltfront mit sich. Mit ihr muss mit heftigen Regen- und Graupelschauern gerechnet werden. Bereits in den frühsten Morgenstunden ist eine Gewitterbildung an der Front recht wahrscheinlich. Dabei könnten sich Schauer und Gewitter im Laufe des Vormittags linienförmig anordnen. Dann kann es durchaus auch Platzregen und kleinen Hagel geben. Der Wind frischt mit der Kaltfront flächendeckend auf. So muss häufig mit schweren Sturmböen bis ins Tiefland gerechnet werden. Auch orkanartige Böen von mehr als 100 km/h sind im Bereich des Möglichen (Unwetter); lokal kann sogar die ein oder andere Orkanböe um 120 km/h mit dabei sein.

Im Bergland drohen wohl durchweg orkanartige Böen um 115 km/h. Vielerorts muss dort auch immer wieder Orkanböen bis 130 km/h gerechnet werden; besonders ab einer Höhe von 400 bis 500 m. Lokal kann es zu schweren Orkanböen von mehr als 130 km/h, ab 600 bis 700 m auch von mehr als 145 km/h kommen (schwere Unwetter).

Zusätzlich ist mit der Front das Tornado- und Downburst-Risiko erhöht. Eine eng begrenzte Extrem-Entwicklung ist also nicht ausgeschlossen.

Die Kaltfront liegt ab Mittwoch um 4 Uhr über dem Niederrhein und der Eifel; ab 7 Uhr über großen Teilen von Rheinland-Pfalz, über dem östlichen Nordrhein-Westfalen und über großen Teilen von Hessen; ab 10 Uhr über großen Teilen von Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.